Motiv Elektrotechnik, Lehrerin mit Schülern, Experiment
Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Vier Seiteneinsteiger und ihr Weg ins Klassenzimmer

Der Lehrerberuf war zwar nicht ihre erste Wahl, ist aber heute für sie der absolute Traumberuf. Erfahrt, wie unsere Seiteneinsteiger über Umwege ins Klassenzimmer fanden – und warum dieser Schritt für sie die beste Entscheidung ihres Lebens war.

Katrin, 39

Früher: Kraftwerkstechnik und Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dortmund

Heute: Lehrerin für Elektrotechnik

Katrin brennt für ihr Fachgebiet die Elektrotechnik. Schon früh stand für die gebürtige Ruhrpottlerin fest, dass die Lehre ihre Leidenschaft ist. Aber auf ihr Fachgebiet, die Kraftwerkstechnik, wollte sie dabei auf keinen Fall verzichten. Nachdem ein ehemaliger Arbeitskollege und auch ihr Mann den Weg des Seiteneinstiegs gewählt hatten, wurde auch sie hellhörig: „Ich hatte damals kaum noch die Möglichkeit an der Uni zu unterrichten, darum entschloss ich mich, einfach die Plattform zu wechseln und ans Berufskolleg zu gehen “, erinnert sie sich. Seit sie Lehrerin ist, hat ihr Fachgebiet für sie seinen Zauber zurück und der zeigt sich Katrin jedes Mal, wenn sie ihren Schülerinnen und Schülern komplexe Themen einfach vermittelt hat. „Der Lehrerberuf ist nie langweilig. Mich erwartet täglich eine total positive Herausforderung und das Feedback, das ich für meine Arbeit bekomme, ist unwahrscheinlich schön.“ Mit einer Menge Empathie und Kreativität stellt sie sich jeden Tag gerne vor ihre Klassen – um auch in ihren Schützlingen die Leidenschaft für die Elektrotechnik zu entfachen.

Ich kann jeden Abend erzählen, was ich heute erlebt habe – und das ist immer etwas Neues. Das war früher nicht so.
Katrin, Lehrerin für Elektrotechnik
lehrerin

Philip, 36

Früher: Anlagenbau

Heute: Lehrer für Mathematik

Philip war in seinem alten Beruf weltweit unterwegs um industrielle Großanlagen zu bauen. Für ihn ein toller Beruf, in dem er viel erlebt und kennengelernt hat. Aber nach zehn Jahren suchte er eine neue Perspektive für sich: „Ich habe in meinem früheren Job nur wenig Zeit mit meiner Familie verbringen können. Das wollte ich ändern“, erinnert er sich. Bekannte von ihm waren bereits als Seiteneinsteiger Lehrkräfte geworden und so entschied sich Philip, dass dieser Weg auch für ihn der richtige sei. In einer Broschüre des Ministeriums für Schule und Bildung in NRW erhielt er die notwendigen Informationen und schon kurz darauf folgte das erste Bewerbungsgespräch. „Heute macht mir das Unterrichten fast noch mehr Spaß als das Entwickeln von Produkten“, sagt Philip. Von seiner beruflichen Vergangenheit profitiert der Seiteneinsteiger (und damit auch seine Schülerinnen und Schüler) heute ungemein, denn durch seine praktische Erfahrung werden Inhalte aus Fachbüchern zu haptischen Angelegenheiten. „Für mich bringt der Lehrerberuf einen Facettenreichtum mit, den ich so in der Industrie nie erfahren habe. Das mach mir unheimlich viel Spaß!“

Mich reizt besonders die Vielschichtigkeit des Lehrerberufs – das Fachliche und das Menschliche verbinden, das genieße ich unheimlich.
Philip, Lehrer für Mathematik
lehrer

Moana, 34

Früher: Prozessingenieurin im Anlagenbau

Heute: Lehrerin für Physik und Maschinenbautechnik

„Ich hätte es mir nach der Schule gar nicht vorstellen können Lehrerin zu werden“, erinnert sich Moana. „Für mich stand einfach schon immer fest, dass ich Ingenieurin werden will.“ Sie fühlte seit ihrer Jugend eine ungebrochene Begeisterung für die naturwissenschaftlichen Fächer, später im Studium vor allem für die Kältetechnik. In der Industrie angekommen merkte sie jedoch schnell, dass sie sich von der Praxis mehr erhofft hatte. Viel zu festgefahren waren die Abläufe, ihr Leben war durch Dienstreisen fremdbestimmt und die Arbeitswelt zu hierarchisch. „Über die Möglichkeit des Seiteneinstiegs erfuhr ich damals von einem ehemaligen Kommilitonen.“ Mittlerweile ist Moana von ihrem Weg in den Lehrerberuf so begeistert, dass sie auch ihre Freunde und Bekannten überzeugen will, diesen Weg einzuschlagen. Es ist vor allem die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern, die den Lehrerberuf zu ihrem absoluten Traumjob macht. „Auch die Arbeitsatmosphäre hier am Berufskolleg ist einfach spitze. Man tauscht sich mit den Kolleginnen und Kollegen aus und arbeitet richtig zusammen“, sagt sie. Gerade dieser Zusammenhalt habe Moana früher in der freien Wirtschaft oft gefehlt.

Wenn man merkt, dass man die Schülerinnen und Schüler erreicht hat und das Wissen angekommen ist, dann fühlt es sich gar nicht mehr wie Arbeit an.
Moana, Lehrerin für Physik und Maschinenbautechnik
physiklehrerin mit schülern

Melanie, 46

Früher: Projektingenieurin im Bereich Galenik

Heute: Lehrerin für Chemie und Chemietechnik

Melanie wollte schon als Kind Lehrerin werden, hatte sich aber dann für eine Laufbahn im Chemieingenieurwesen entschieden. Im Labor fühlte sie sich anfangs auch noch sehr wohl. „Aber die Arbeit im Labor kann über die Zeit sehr eintönig werden“, sagt sie über ihre damaligen Erfahrungen. Sie entschied sich für den Seiteneinstieg in den Lehrerberuf und unterrichtet heute Chemie an einem Berufskolleg. Ihre Liebe zum Fach Chemie teilt sie inzwischen mit ihren Schülerinnen und Schülern. Mit viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Respekt begleitet sie ihre Klasse bei der fachlichen und persönlichen Entwicklung und bereitet sie auf das Berufsleben vor. „Mein Beruf ist einfach unheimlich abwechslungsreich“, sagt sie. „Mich erwarten täglich neue Herausforderungen und ich kann meine Arbeitszeit abseits der Unterrichtszeiten, flexibel gestalten.“ Mit dem Wechsel in den Lehrerberuf ist sie überglücklich – so kann sie die Welt der Chemie und die Arbeit mit Menschen verbinden und gleichzeitig kommen auch ihr Privatleben und ihre Familie nicht zu kurz.

Als Kind war Lehrerin mein Traumberuf, aber richtig zugetraut habe ich mir das nie. Ich bin froh, den Schritt endlich gegangen zu sein.
Melanie, Lehrerin für Chemie und Chemietechnik
lehrerin

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