Lehramt für sonderpädagogische Förderung
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Deine Chancen im Lehramt für Sonderpädagogik

Du kannst dir vorstellen, den Unterricht für den sehbehinderten Jungen ebenso interessant zu machen wie für das Mädchen im Rollstuhl? Dann sieh jetzt nach, was du als Lehrkraft für Sonderpädagogik alles erreichen kannst!

Gleich mal vorweg:
im Bereich des Lehramtes für sonderpädagogische Förderung werden in den kommenden Jahren voraussichtlich dauerhaft mehr Stellen zu besetzen seien als Bewerberinnen und Bewerber zur Verfügung stehen. Die Einstellungschancen sind demnach mit hervorragend bis sehr gut zu bewerten.
Mehr Infos zur Prognose zum Lehrerarbeitsmarkt NRW als PDF.

 

Sonderpädagogische Förderung findet in der nordrhein-westfälischen Tradition schon lange in allgemeinen Schulen und in Förderschulen statt. Für manche Schülerinnen und Schüler wird ein Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung festgestellt. Dieser kann in den folgenden Förderschwerpunkten bestehen:

  • Lernen
  • Sprache
  • Emotionale und soziale Entwicklung
  • Hören und Kommunikation
  • Sehen
  • Geistige Entwicklung
  • Körperliche und motorische Entwicklung

Die Orte der sonderpädagogischen Förderung in Nordrhein-Westfalen sind:

  • die allgemeinen Schulen (allgemeinbildende Schulen und berufsbildende Schulen)
  • die Förderschulen
  • die Schulen für Kranke
 

Lehrkraft für sonderpädagogische Förderung werden

Studium

Obwohl das Studium des Lehramts für sonderpädagogische Förderung sehr praktisch ausgerichtet ist, spielt die Theorie bei einem Universitätsstudium eine wichtige Rolle. Das Sonderpädagogik-Studium befasst sich mit gezielten Bildungsangeboten für Menschen in körperlichen, seelischen und geistigen Problemlagen. Es wird gelehrt, unterschiedliche Schülerinnen und Schüler mit verschiedenen Bedürfnissen angemessen zu fördern und jeden Schüler nach seinen Fähigkeiten zu unterrichten. Als Sonderpädagoge wird man nicht nur zur Lehrkraft ausgebildet, sondern wird gleichzeitig auch Erzieher und Betreuer. Auf diese verschiedenen Rollen bereitet das Sonderpädagogik-Studium mit breit gefächerten Studieninhalten umfassend vor.

Nordrhein-Westfalen bietet das Studium des Lehramts sonderpädagogische Förderung an den Hochschulstandorten Bielefeld, Dortmund, Köln, Paderborn, Siegen und Wuppertal an. In Bielefeld und Siegen wird zudem ein doppelt qualifizierender Studiengang angeboten, der für das Lehramt sonderpädagogische Förderung qualifiziert (Aufbauend auf einem 10-semestrigen Studiengang „Lehramt an Grundschulen mit integrierter Förderpädagogik“ oder „Haupt-, Real- und Gesamtschule mit integrierter Förderpädagogik“ (6 Semester Bachelor und 4 Semester Master), in denen bereits anteilig Veranstaltungen mit inhaltlichem Bezug zu den Förderschwerpunkten „Emotionale und soziale Entwicklung“ und „Lernen“ studiert werden, ermöglicht der daran anschließende 2-semestrige Master „Lehramt für sonderpädagogische Förderung“ den zusätzlichen Erwerb der Lehrbefähigung für Sonderpädagogik mit den Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Emotionale und soziale Entwicklung“.

Beratung zum Lehrerberuf gewünscht?

Das Landesprüfungsamt für Lehrämter an Schulen stellt im Auftrag des Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen ein umfangreiches Informationsportal für Interessierte am Beruf der Lehrkraft bereit.

Zusätzliche persönliche Beratung:

Tel.: +49 231 9369 7770

Montag, Mittwoch und Freitag jeweils in der Zeit von 9 bis 12 Uhr
Dienstag
und Donnerstag jeweils in der Zeit von 13 bis 16 Uhr.

E-Mail: Beratungsstelle.Lehramt-SonderpaedagogischeFoerderung [at] pa.nrw.de

Immer dabei – das PDF der Broschüre_Lehrer-werden-NRW (2MB)

FAQ

Wie gestaltet sich die Lehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen?

Das Studium gliedert sich in einen Bachelor- und einen darauf aufbauenden Masterstudiengang. Die Bachelorstudiengänge haben eine Regelstudienzeit von sechs Semestern, die darauf aufbauenden Masterstudiengänge eine Regelstudienzeit von vier Semestern.

Die Studiengänge gliedern sich in Module, die die Lehrveranstaltungen thematisch zusammenfassen.

Während des ersten Studienjahres des Bachelorstudiums ist ein Eignungs- und Orientierungspraktikum zu absolvieren. Daneben beinhaltet das Bachelorstudium ein (in der Regel) außerschulisches Berufsfeldpraktikum, das im 4. oder 5. Semester abgeleistet wird.

Das Masterstudium beinhaltet ein Praxissemester, welches im zweiten, spätestens im dritten Semester des Masterstudienganges absolviert werden soll.

Der Vorbereitungsdienst bildet die abschließende berufliche Qualifizierung der Absolventinnen und Absolventen nach Bestehen der Masterprüfung. Er dauert 18 Monate und schließt mit der Staatsprüfung ab.

Welche fremdsprachlichen Kenntnisse müssen bei der Bewerbung um einen Studienplatz für ein Lehramtsstudium nachgewiesen werden?

Nachzuweisen sind Kenntnisse in zwei Fremdsprachen, in der Regel durch die Hochschulzugangsberechtigung. Lateinkenntnisse müssen in den Fächern der modernen Fremdsprachen nach Landesrecht nicht mehr zwingend nachgewiesen werden; in den Fächern Geschichte und Philosophie/Praktische Philosophie reicht als Nachweis das kleine Latinum. Hochschulen können weitergehende Anforderungen stellen.

Wie sind die Studiengänge im Lehramtsstudium aufgebaut?

Die Studiengänge der jeweiligen Lehrämter setzen entsprechend der angestrebten Schulform verschiedene Ausbildungsschwerpunkte. Alle Studiengänge setzen jedoch das Erreichen von insgesamt 300 Leistungspunkten voraus und schließen mit der Masterarbeit.

Eine Übersicht über die Schwerpunkte und die Verteilung der Leistungspunkte finden Sie auf schulministerium.nrw.de.

Die Lehramtszugangsverordnung für den Vorbereitungsdienst in NRW finden Sie recht.nrw.de.

Welche Fächer kann ich für das Lehramt an Grundschulen studieren?

Die Hochschulen legen ihr Fächerangebot fest. Grundsätzlich gelten die Vorgaben gem. § 2 LZV v. 25. April 2016.

Das Studium für das Lehramt an Grundschulen umfasst die Lernbereiche Sprachliche Grundbildung und Mathematische Grundbildung. Darüber hinaus kann zwischen einem dritten Lernbereich Natur- und Gesellschaftswissenschaften (Sachunterricht) oder dem Lernbereich Ästhetische Erziehung gewählt werden. Als Unterrichtsfach sind folgende Fächer zugelassen:  Englisch, Evangelische Religionslehre, Islamische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Kunst, Musik, Sport.

Welche Fächer kann ich für das Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen studieren?

Die Hochschulen legen ihr Fächerangebot fest. Grundsätzlich gelten jedoch die Vorgaben gem. § 3 LZV v. 25. April 2016.

Für das Studium für das Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen sind als Fächer zugelassen: Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Französisch, Geographie, Geschichte, Hauswirtschaft (Konsum/Ernährung/Gesundheit), Informatik, Islamische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Kunst, Mathematik, Musik, Niederländisch, Praktische Philosophie, Physik, Russisch, Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft), Spanisch, Sport, Technik, Textilgestaltung und Türkisch.

Als eines der beiden Fächer ist Biologie, Chemie, Deutsch, Englisch, Evangelische Religionslehre, Geschichte, Islamische Religionslehre, Katholische Religionslehre, Mathematik, Physik, Praktische Philosophie oder Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft) zu wählen.

Welche Fächer kann ich für das Lehramt für Sonderpädagogische Förderung studieren?

Die Hochschulen legen ihr Fächerangebot fest. Grundsätzlich gelten jedoch die Vorgaben gem. § 6 LZV v. 25. April 2016.

Das Studium für das Lehramt für sonderpädagogische Förderung ist in zwei Fächern und zwei sonderpädagogischen Fachrichtungen zu absolvieren. Die beiden Fächer können aus den Fächern und Lernbereichen des Grundschullehramts (s. § 2 LZV) sowie aus den Unterrichtsfächern Biologie, Chemie, Deutsch, Französisch, Geschichte, Hauswirtschaft (Konsum/Ernährung/Gesundheit), Informatik, Mathematik, Physik, Praktische Philosophie, Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft, Soziologie, Wirtschaftswissenschaft), Technik und Textilgestaltung gewählt werden. Dabei ist eines der beiden Fächer das Unterrichtsfach Deutsch oder das Unterrichtsfach Mathematik oder der Lernbereich Sprachliche Grundbildung oder der Lernbereich Mathematische Grundbildung.

Für die erste sonderpädagogische Fachrichtung besteht die Wahl zwischen dem Förderschwerpunkt Lernen oder dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung. Als zweite sonderpädagogische Fachrichtung sind der jeweils andere Förderschwerpunkt oder der Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, der Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation, der Förderschwerpunkt Körperliche und motorische Entwicklung, der Förderschwerpunkt Sehen oder der Förderschwerpunkt Sprache zugelassen.

Welche Studienabschlüsse kann ich erreichen?

Nach erfolgreichem Abschluss des Bachelor-Studiengangs wird der „Bachelor of Arts“ bzw. der „Bachelor of Science“ oder der „Bachelor of Education“ erworben. Dieser stellt im Allgemeinen einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss dar und ist so gestaltet, dass er nicht nur lehramtsspezifische Elemente enthält, sondern Kompetenzen vermittelt, die auch für andere Berufsfelder außerhalb der Schule eine Grundlage bieten (Polyvalenz). Die Voraussetzung für den Zugang zum Masterstudium ist der Abschluss des Bachelorstudiums.

Der „Master of Education“ ist ein vertiefender lehramtsbezogener Studiengang, der zum Eintritt in den Vorbereitungsdienst für ein Lehramt befähigt.

Was ist das Portfolio?

Das Portfolio ist ein Instrument zur Selbststeuerung individueller Lernprozesse. Durch das „Portfolio Praxiselemente“ dokumentieren Absolventinnen und Absolventen den systematischen Aufbau berufsbezogener Kompetenzen in den einzelnen Praxiselementen der Ausbildung. Das Portfolio wird in der Regel ab Beginn des Eignungs- und Orientierungspraktikums bis zum Ende der Ausbildung geführt. Es dokumentiert die Ausbildung als zusammenhängenden berufsbiographischen Prozess.

Wie gestaltet sich an den Hochschulen der Übergang von der Bachelor- in die Masterphase?

Das hängt von den vorhandenen Kapazitäten und der Ausgestaltung der Bachelor-Studiengänge und -abschlüsse an den einzelnen Hochschulen ab. Hochschulen können ihre Bachelor-Studiengänge so gestalten, dass sie für Master-Studiengänge für verschiedene Lehrämter geeignet sind; das erhöht die Anschlussfähigkeit für die Absolventinnen und Absolventen. Unter Umständen müssen aber auch Wartezeiten oder Hochschulwechsel in Kauf genommen werden.

Kann ich mit einem Bachelor, der schon auf ein bestimmtes Lehramt zugeschnitten ist, in den Master für ein anderes Lehramt wechseln?

Dies entscheidet – wie bei allen übrigen Studiengängen auch – die Hochschule. Sie kann einen (zunächst vorläufigen) Einstieg in den „anderen“ Lehramts-Master zulassen, wenn während des Masters Leistungen des Bachelorstudiums nachgeholt werden und zu erwarten ist, dass dies innerhalb eines Jahres geschieht.

Kann ich mit einem nicht-lehramtsbezogenen Bachelor in den Lehramts-Master einsteigen?

Dies entscheidet die Hochschule. Sie kann einen (zunächst vorläufigen) Einstieg in den Lehramts-Master zulassen, wenn während des Masters Leistungen des Bachelorstudiums nachgeholt werden und zu erwarten ist, dass dies innerhalb eines Jahres geschieht.

Kann ich mit einem lehramtsbezogenen Bachelor in einen fachwissenschaftlichen Master wechseln?

Ein Wechsel ist aufgrund der polyvalenten Elemente des Bachelorstudienganges grundsätzlich möglich. Letztendlich hängt die Entscheidung jedoch von den Voraussetzungen ab, die die Hochschule an den Zugang zum jeweiligen Master stellt.

Kann ich mit einem in einem anderen Bundesland erworbenen lehramtsrelevanten Bachelor in einen nordrhein-westfälischen Lehramts-Master einsteigen?

Dies ist grundsätzlich möglich. Die Entscheidung trifft die jeweilige Hochschule; sie hängt auch von den Voraussetzungen ab, die die Hochschule an den Zugang zum jeweiligen Master stellt. Da die einzelnen Bundesländer bei der Ausgestaltung der Lehramtsstudiengänge die gemeinsam vereinbarten Vorgaben der Kultusministerkonferenz berücksichtigen (z. B. den sog. Quedlinburger Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 02.06.2005), ist ein Wechsel nach Nordrhein-Westfalen im Regelfall möglich.

Kann ich mit einem im Ausland erworbenen Bachelor in einen nordrhein-westfälischen Lehramts-Master einsteigen?

Dies ist grundsätzlich möglich. Die Entscheidung trifft die jeweilige Hochschule; sie hängt von den Voraussetzungen ab, die die Hochschule an den Zugang zum jeweiligen Master stellt.

Kann ich mit einem FH-Bachelor in den Lehramts-Master einer Universität und danach in den Vorbereitungsdienst einsteigen?

Generell ist dies nicht möglich; im Spezialfall für das Lehramt an Berufskollegs mit zwei verwandten beruflichen Fachrichtungen kann die Hochschule den Zugang von FH-Bachelor-Absolventen zum Lehramts-Master aber ermöglichen. Ein Zugang zum Vorbereitungsdienst ist dann möglich, sofern der Master-Abschluss ausschließlich an einer Universität oder in den Unterrichtsfächern Kunst, Musik und Sport an Kunst- und Musikhochschulen oder an der Deutschen Sporthochschule Köln erworben wird.

Anderen Absolventinnen und Absolventen eines FH-Bachelors bleibt die Möglichkeit, Ihre Leistungen im Rahmen eines universitären Bachelorstudienganges anrechnen zu lassen, wobei Voraussetzung ist, dass das Lehramtsstudium insgesamt überwiegend an der Universität absolviert wird.

Kann ich mit einem Abschluss (Erste Staatsprüfung oder Master of Education) aus einem anderen Bundesland ohne weitere Voraussetzungen in den nordrhein-westfälischen Vorbereitungsdienst eingestellt werden?

Mit dem sogenannten Mobilitätsbeschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom 07.03.2013 haben sich die einzelnen Bundesländer verpflichtet, Bewerberinnen und Bewerber, die ein Lehramtsstudium gemäß den Vorgaben der KMK absolviert haben, unabhängig von dem Land, in dem der Abschluss erworben wurde, gleichberechtigten Zugang zum Vorbereitungsdienst für den Ihrem Abschluss entsprechenden Lehramtstyp zu ermöglichen.

Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass der Abschluss zwei Fächer umfasst, die für das entsprechende nordrhein-westfälische Lehramt zugelassenen Fächern inhaltlich zugeordnet werden können. Weiter Informationen zum Anerkennungsverfahren erhalten Sie hier:

Der Anerkennungsbescheid und das Zeugnis über die anerkannte Prüfung können im Bewerbungsverfahren zur Einstellung in den Vorbereitungsdienst innerhalb der dafür festgesetzten Frist (Nachreichfrist) nachgereicht werden (www.sevon.nrw.de).